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Auch Weißwein kann durch Lagerung hinzugewinnen. Jedoch sollte man ganz genau hinschauen, bevor man ein Plätzchen im Keller freiräumt.

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ie allermeisten Weißweine kommen trinkfertig in den Handel. Warum auch sollte man einen geradlinigen, einfachen Weißwein lagern, dessen größte Stärke eine markante Frucht ist? Bei anspruchsvolleren Gewächsen wie etwa einem strukturreichen Riesling liegen die Dinge anders. Auch ein solcher Wein verfügt zu Beginn seines Lebens über eine ausgeprägte Frucht, doch treten diese Aromen mit der Zeit in den Hintergrund, um komplexere Noten zum Vorschein kommen zu lassen. Hier sollte man sich über die eigenen Vorlieben klar werden und dann entscheiden, ob man den Weißwein lagern möchte oder nicht. Ein vom Winzer im Holzfass ausgebauter Burgunder etwa erleichtert die Entscheidung, doch sollte man sich vor Augen halten, welche Faktoren die Reifefähigkeit eines Weißweins beeinflussen.

weisswein-lagern Grob gesagt: Je gehaltvoller, körperreicher, konzentrierter und würziger, desto eher wird man einen Weißwein lagern wollen. Die Extraktstoffe spielen eine ganz erhebliche Rolle bei der Frage, ob ein Weißwein mit der Zeit komplexe Aromenstrukturen hervorbringen, oder einfach nur durch die Abwesenheit jeglicher Frucht glänzen wird. Ebenso von Bedeutung ist die Süße des Weins sowie sein Gehalt an Säure und Alkohol. Je mehr von allem, desto besser wird ihm voraussichtlich das Alter zu Gesicht stehen. Empfehlenswert ist es jedoch, sich in Zeitschriften und Internetforen über die optimale Lagerdauer eines jeweiligen Weins zu informieren, denn die Zeit, die er zum Erreichen der Trinkreife benötigt, kann bei ein und demselben Wein von Jahrgang zu Jahrgang ganz erheblich variieren.

Bei deutschen Gewächsen wird man vor allem dann einen Weißwein lagern wollen, wenn er der Qualitätsstufe Spätlese oder höher zugerechnet werden kann. Eine Spät- oder Auslese kann meist über fünf Jahre gelagert werden, besonders säurehaltige Rebsorten wie Riesling dabei auch oft über zwanzig Jahre. Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein haben eine noch höhere Lebensdauer, sie erreichen ihre volle Reife meist erst nach einigen Jahren und gewinnen im Einzelfall auch nach dreißig Jahren noch hinzu. Ausnahmegewächse wie etwa ein Château d’Yquem können auch nach einem halben Jahrhundert und mehr durch bernsteinartige Farbe, komplexe Aromenvielfalt und honigartige Süße begeistern.

-aldus



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