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Die angemessene Aufbewahrung von Wein ist keine Zauberei. Einige wichtige Punkte sollte aber unbedingt beachten, wer auf unliebsame Überraschungen verzichten möchte.

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unächst einmal eine Entwarnung: Niemand sollte sich Kopfzerbrechen wegen der Aufbewahrung eines Weins bereiten, den er trinkfertig gekauft hat und in absehbarer Zeit genießen möchte. Bis etwa zu einem halben Jahr genügt es, die Flaschen am kältesten Ort der Wohnung abzustellen — Keller oder Schlafzimmer bieten sich an —, am besten in der Verpackung belassen oder in Wellpappe eingewickelt. Soll der Wein jedoch längere Zeit lagern, verdienen die Umgebungsbedingungen einen kritischeren Blick.

richtige-lagerung-von-wein Die optimale Temperatur für die Lagerung von Wein ist 12°C, doch alles zwischen 8 und 18°C kann als unkritisch betrachtet werden. Viel wichtiger ist es, Temperaturschwankungen oder gar -sprünge zu vermeiden — zum einen solche im Wechsel von Tag und Nacht, zum anderen solche zwischen Sommer und Winter. Erstere sollten so gering wie möglich gehalten werden, die jahreszeitliche Schwankung darf den Bereich von 5 bis 10°C nicht verlassen. Der Wein sollte in geruchsneutraler Umgebung gelagert werden, also nicht etwa in der Garage neben dem Auto oder aber im Keller in der Nähe von Kartoffeln oder Gemüse, ganz zu schweigen von Heizöl. Die Luftfeuchtigkeit muss über 50 % liegen, da sonst Naturkork austrocknet und nicht mehr dicht verschließt. Über 75 % Luftfeuchtigkeit wiederum besteht die Gefahr, dass Kork schimmelt. Des Korkens wegen sollten die Flaschen auch liegend aufbewahrt werden, damit das Naturmaterial nicht von innen austrocknet. Diese Überlegungen sind selbstverständlich irrelevant bei Weinen mit Verschlüssen aus Kunststoff, Glas oder mit Schraubverschluss.

Die richtige Lagerung von Wein schließt jede Art von Erschütterung aus. Ein normaler Haushalts-Kühlschrank ist schon der ständigen Vibrationen wegen langfristig keine gute Idee, die Stöße beim täglichen Gebrauch machen die Sache nicht besser. Je mehr Ruhe der Wein auf seiner jahrelangen Reise Richtung optimaler Trinkreife genießt, desto besser. Die Flaschen sollten deshalb stets mit dem Etikett nach oben lagern, damit beim Aussuchen nicht unnötig mit ihnen hantiert werden muss. Ebenfalls vermieden werden sollte dauerhafter Lichteinfluss.

Bedenkt man sämtliche aufgezählten Punkte, kommt als Ort der idealen Weinlagerung eigentlich nur ein Altbaukeller in Frage — seine dickwandige Bauart aus Natursteinen sorgt für eine gleichmäßig niedrige Temperatur bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Doch auch einem Neubaukeller kann aufgeholfen werden: Warme (Innen)Wände sind zu dämmen, Fenster können dauerhaft verschlossen und ebenfalls gedämmt werden, ein Bottich mit Hydrokultursteinen oder einfach nasse Tücher können die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Um die Anschaffung von Thermometer und Hygrometer kommt man in keinem Fall herum. Als letzte Zuflucht für die garantiert richtige Lagerung von Wein gibt es natürlich noch den Weinklimaschrank, der allerdings bei der Höhe der Anschaffungskosten und dem begrenzten Platzangebot nur wirklich eingefleischten Weinfreunden auf Dauer Freude bereiten wird.

-aldus



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