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aldus- Niemand hätte gedacht, dass man einen derart eleganten und leistungsstarken Sportwagen wie den Jaguar E-Type noch verbessern kann. Dann kam der Jaguar E-Type V12: noch eleganter, noch leistungsstärker.

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er Jaguar E-Type ist der Inbegriff des Sportwagens. Entstanden zu einer Zeit, als England noch eine Automobilindustrie hatte, und eine bedeutende dazu, schlug er unmittelbar mit seinem Erscheinen 1961 Fachwelt und Publikum in seinen Bann. Dafür war vor allem das Design von Malcolm Sayer verantwortlich, der mit dem E-Type die ganze Dynamik und Leichtigkeit der beginnenden sechziger Jahre auf den Punkt brachte. Die Zeit schwerer, staatstragender Limousinen war vorerst vorbei, die allgemeine Aufbruchsstimmung nach Jahren wirtschaftlicher Prosperität verlangte nach einem Ausdruck im Alltag vieler Menschen — und den lieferte Jaguar. Kein Geringerer als Enzo Ferrari nannte den E-Type schlicht „das schönste Auto, das je gebaut wurde“, im Jahr 2008 setzte der Daily Telegraph den E-Type auf den ersten Platz seiner Liste der „100 schönsten Autos aller Zeiten“.

Doch bei aller Schönheit waren Käufer und Fachpresse von Anfang an auch von der Leistung des E-Type überzeugt. Ein Redakteur schwärmte, mit dem E-Type könne man auf der Landstraße noch zum Überholen ansetzen, wenn schon das Weiße in den Augen des Entgegenkommenden zu sehen sei. Hinzu kam ein konkurrenzlos günstiger Preis, der gemeinsam mit den wundervollen Linien und der überlegenen Technik dafür sorgte, den E-Type zum beliebtesten Sportwagen der sechziger und frühen siebziger Jahre zu machen. Bis zum Produktionsstop 1975 wurden nicht weniger als 70.000 Exemplare gebaut.

jaguar-e-type-v12 Der E-Type war in der Serie 1 zunächst mit einem 3,8-Liter Sechszylinder-Motor ausgestattet, dessen Hubraum 1964 auf 4,2 Liter aufgebohrt wurde. Nach verschiedenen Neuerungen der Serie 2 im Jahr 1968 bekam der E-Type dann 1971, was die endlos lange Motorhaube schon immer verlangt hatte: Einen Zwölfzylinder. Der völlig neu entwickelte V12 mit einem Hubraum von 5,3 Litern war durch den Einsatz von Aluminium nur geringfügig schwerer als der alte Sechszylinder — mit ihm führte Jaguar den ersten Leichtmetall-Zwölfzylinder in einer Großserie ein. Der Zugewinn an Leistung und Drehmoment für den Jaguar E-Type V12 der Serie 3 war undramatisch, in Zahlen nicht auszudrücken jedoch war der Gewinn an Laufruhe, Klang und Souveränität.

Der Jaguar E-Type V12 wurde mit verlängertem Radstand ausgeliefert, was gemeinsam mit einigen weiteren Änderungen E-Type-Puristen ein Dorn im Auge war und bis zum heutigen Tage noch ist. Mag für Kenner auch die Serie 1 das Maß aller Dinge sein: Bei unvoreingenommener Betrachtung ist der Jaguar E-Type V12 nichts anderes, als der würdige Abschluss eines der bewegendsten Kapitel der Automobilgeschichte.

-aldus




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