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aldus- Während die restliche Autowelt noch im Barock der 50er Jahre schwelgte, machte sich die Citroën DS auf in eine ferne Zukunft. Nur fliegen konnte sie nicht. Aber fast.

D Citroen-DS

ieses Auto hatte keiner kommen sehen. Nicht die geringste Ähnlichkeit verbindet es mit seinem Vorgänger, der berühmten „Gangsterlimousine“ Traction Avant. Einem Raumschiff auf vier Rädern ähnlich glitt 1955 die DS erstmals in die Autosalons und verkündete etwas von einer Leichtigkeit und Eleganz des Reisens, von der bis dahin niemand etwas geahnt hatte. Fremdartig schön in ihrer Stromlinienform, makellos und glatt war sie „offenkundig vom Himmel gefallen“, wie es der Philosoph Roland Barthes auf den Punkt brachte. So hatte sie rasch ihren Ehrennamen „Göttin“ — „Déesse“, was Citroën mit dem gleichlautenden „DS“ durchaus im Sinn gehabt haben dürfte.

Nicht nur im Design, auch in der Technik war die DS ein Auto der Zukunft: Erstmals fanden Kunststoff und Aluminium zur Gewichtsreduktion in größerem Umfang Verwendung, das Dach bestand aus Fiberglas. Die neuartige Hydropneumatik sorgte für stets gleichbleibende Bodenfreiheit bei wechselnder Beladung, und als erstes Großserienmodell war die DS mit beweglichen Kurvenscheinwerfern ausgestattet, eine Technik, die man noch heute Käufern als revolutionäre Neuheit verkaufen möchte.

Citroen-1955

Konstrukteur der DS war André Lefèbvre, für das Design zeichnete Flaminio Bertoni verantwortlich (beide arbeiteten auch am Vorgängermodell Traction Avant). Erhältlich war die DS als viertürige Limousine sowie in fünftürigen Kombiversionen (Break, Familiale, Commerciale). In nur sehr geringer Stückzahl wurde von Citroën ein zweitüriges DS-Cabriolet produziert (die sogenannten Usines), die Firma Atelier Henri Chapron baute viertürige Limousinen zu Cabrios um (deren Liebhaber, die Chapronistes, schätzen den im Vergleich zum Werkscabriolet größeren Innenraum). Ab 1964 gab es die DS in einer Luxusversion mit dem Namen Pallas; in Frankreich war die Kombi-Ausführung der DS in einer Umrüstung als Krankenwagen sehr präsent.

Knapp 1,5 Millionen Exemplare wurden von der DS in den verschiedenen Varianten gebaut, und selbst nachdem ihre Produktion 1975 eingestellt wurde, hatte man sich an ihr futuristisches Erscheinungsbild nicht gewöhnt: Bis zum heutigen Tag dient die DS in Science-Fiction-Filmen immer wieder als Requisit einer noch fernen Zeit. Auch über ein halbes Jahrhundert nach ihrer Vorstellung bleibt die DS, was sie ist: Das Auto der Zukunft.

-aldus




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