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Des Menschen Lust und Untergang. Rembrandts ‚Mann mit dem Goldhelm‘ schmückt sich mit zwiespältiger Pracht.

G

old ist nicht irgendein Material. Es betört, verführt, lockt, verspricht — es gleißt in hellstem Licht, glüht mit geheimnisvollem Braunton oder glänzt in einem warmen, rötlichen Schimmer. Die Verbindung aus vielgestaltiger optischer Strahlkraft und hohem materiellen Wert schlägt seit Jahrtausenden die Menschen in ihren Bann. Mehr als gerechtfertigt erscheint also ein Gemälde, das sich einzig und allein diesem Faszinosum Gold widmet — Rembrandts ‚Mann mit dem Goldhelm‘ (seit einer Abschreibung in den 1970ern wird meist von der „Rembrandt-Schule“ als Urheber gesprochen) ist formal das Portrait eines Mannes, doch der Helm ist klar das eigentliche Hauptmotiv des Bildes. Das Gesicht liegt im Halbdunkel, der Körper des Mannes ist nur angedeutet, den Hintergrund bildet ein sattes Schwarz, das beinahe wie ein samtenes Kissen anmutet, auf dem der wertvolle Helm für den Betrachter drapiert wurde.

rembrandt-mann-mit-dem-goldhelm Besteht also der Großteil von Rembrandts ‚Mann mit dem Goldhelm‘ aus Schwarz oder Halbdunkel, so ergeht sich der Maler bei der Darstellung des Kopfschmucks in allen Details und Schönheiten, die Material und Form zu bieten haben. Sorgfältig werden die Details von Ziselierung und Beschlägen herausgearbeitet, während trotzdem ein unmittelbarer Eindruck überwältigend glänzender Pracht erzielt wird. Das Gold des Helms bekommt alle Möglichkeit, seine ungeheure optische Vielfalt zur Geltung zu bringen: Milde Rottöne wechseln mit Flecken fast weißen Lichtglanzes, hell und scharf grenzt sich das Gold gegen Schwarz ab oder geht mit dunklem Braun in die Schattenpartie unter dem Federbusch über. Hier war ein Meister am Werk, egal, ob es Rembrandt selbst war, einer seiner Schüler oder gar ein sonst völlig Unbekannter — das, wofür Rembrandt geschätzt wird, der geradezu instinkthaft treffsichere Umgang mit pastosem Farbauftrag sowie die unnachahmliche Wärme seiner Brauntöne, hier findet es sich in höchster Vollendung ins Werk gesetzt.

Das wenige, das Rembrandts ‚Mann mit dem Goldhelm‘ vom Gesicht des Portraitierten erkennen lässt, unterstützt die Prachtentfaltung des Kopfschmucks durch die Würde seines Trägers: ein Mann mittleren Alters mit klar definierten Zügen und einem entschlossenen Ausdruck um den schmallippigen Mund, der Bart bereits leicht angegraut — ohne Zweifel ein hochrangiger, verdienter Soldat. Und auf diese Weise rundet Rembrandts ‚Mann mit dem Goldhelm‘ sein Bild des Edelmetalls, denn auch das ist ein Teil der Realität von Gold: Es ist nicht für Träumer, sondern für den, der es einem anderen aus den Händen reißt. Sein ätherischer Glanz und die lichte Leichtigkeit werden nur durch unendliche Mühen erworben, und wenn es auch warm und mild schimmert, so bringt seine schier unendliche Anziehungskraft auf den Menschen seit Jahrtausenden Verderben über uns. Das Funkeln des Goldes mag spielerisch wirken. Doch es hat viel vom Spiel der Katze mit der Maus.

-aldus



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Kommentare  

 
0 #1 2012-01-18 20:40
I have a Mann mit dem goldhelm picture the brown backing is so old you touch the paper and it falls apart. I am looking for someone to tell me more about this picture it has been in the family for years it belonged to my husbands grandfather and is now in our home.
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