iphone-thumb

aldus- Niemand hat danach gefragt, dann wollten es alle haben. Das iPhone machte aus Steve Jobs‘ Apple-Sekte eine Massenreligion.

„S

age etwas, das sich von selbst versteht, zum ersten Mal, und du bist unsterblich.“ — Wenn an dieser Weisheit Marie von Ebner-Eschenbachs etwas dran ist, dann hat sich Apple-Gründer Steve Jobs spätestens mit dem iPhone unauslöschlich in die Annalen der Produktgeschichte eingeschrieben. Geformt, dass man es auch gern in der Hand hätte, wenn es gar nichts könnte, dabei gedankenlos und völlig nebenbei zu bedienen: Das iPhone ist (besonders seit der Version 3G) das Idealbeispiel für eine Technik, die nicht um ihrer selbst willen da ist, sondern sich vornehm hinter ihre Funktionen zurückzieht.

iPhone Natürlich, es kann nicht alles. Aber was es kann, das erledigt es störungsfrei und ohne Menü- und Einstellungsschlachten. Und zum ersten Mal kann man sich das Internet tatsächlich in die Hosentasche stecken, ohne sich durch amputierte WAP-Seiten quälen zu müssen. Schließlich hat Apple mit dem genialen app-System einen Weg gefunden, den ganzen Einfallsreichtum, die Anarchie und den schlichten Irrsinn — Stichwort „Grillen auf dem iPhone“ — der Benutzerschaft zu entfesseln (und nebenbei natürlich die eigenen Kassen zu füllen). Bunt, freundlich und unkompliziert: Man wünschte, das Leben wäre ein iPhone.

Die Kritiker haben sich selbstverständlich nicht lange bitten lassen — und nahmen in erster Linie Anstoß an einem angeblich nie dagewesenen „hype“, den Apple zur Verkaufsförderung entfacht habe. Interessanterweise waren es aber nicht die notorischen „Apple-Fanboys“, die sich mit dem iPhone erstmals für ein Produkt dieser Firma entschieden, sondern vor allem weniger technik- und markenaffine Menschen, die sich von der leichten Bedienbarkeit und dem eleganten Design überzeugen ließen.

Wer einmal den Menü-Terror erlebt hat, den manche sogenannte Smartphones ihrem Benutzer selbst für die grundlegendsten Einstellungen auferlegen, verzichtet gerne auf die eine oder andere fortgeschrittene Funktion, um den Rest mit einigen Schiebereglern und nebenbei erledigen zu können. Doch Gläubige lassen sich bekanntlich nicht belehren. Wenn die Firma Apple einige Jahrtausende älter und ihr die Erfindung des Rades geglückt wäre — sicher hätten genügend neolithische Besserwisser „Hype!“ (oder seine jungsteinzeitliche Entsprechung) gerufen. Und ihre Lasten weiter fluchend über den Boden geschleift.

-aldus




Diese Seite hinzufügen:

Kommentare


Sicherheitscode
neuer Code, falls nicht lesbar