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aldus- Der eine möchte seinen Bausparvertrag am Handgelenk tragen, der andere eine Uhr, die zur Lieblingskrawatte passt. Wer mehr über die Zeit wissen will als die Uhrzeit, wählt die Nomos Tangente.

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as ist die Zeit? Zunächst einmal ist klar, was sie nicht ist: Sie ist kein munter schnurrendes Uhrwerk, kein dem Gehäuse entfahrender Kuckuck, sie ist auch nicht mit Diamanten besetzt. Sie ist nüchtern, unvoreingenommen, urteilsfrei. Wenn irgendwo in den Tiefen des Universums eine Weltenuhr tickt, die uns verbleibende Zeit bemessend, dann sieht sie wahrscheinlich aus wie die Nomos Tangente.

Nomos-Tangente Diese Uhr steht abseits aller Marktströmungen. Entworfen von Susanne Günther (mit klaren Anleihen bei Bauhaus und Deutschem Werkbund) fasziniert sie seit 1991 mit einer entwaffnenden Klarheit, die sich radikalem Minimalismus ebenso verschließt wie modischem Firlefanz oder klobigem Dominanzgehabe. In berückender Offenheit ist das Zifferblatt der Nomos Tangente gestaltet, reinweiß, nur mit präzisen Minutenstrichen und einigen stilisierten Zahlen versehen, die Zeiger aus vornehm gebläutem Stahl, eine Aufgeräumtheit wie ein Versprechen: Der Tag ist bereit und wartet auf dich, genau vierundzwanzig Stunden lang. Diese Uhr ist offen für jeden Vorschlag — Zeit ist, was man draus macht.

Außer in der auf Entwürfe der zwanziger Jahre zurückgehenden Ursprungsfassung wird die Nomos Tangente heute in verschiedenen weiteren Varianten angeboten: In beliebiger Weise lassen sich die Zusatzmerkmale Datumsanzeige, Gangreserve und Glasboden miteinander kombinieren, das Gehäuse ist in Gold und Silber zu haben, auch stehen verschiedenste mehr oder weniger überzeugende Zifferblattfarben zur Auswahl (wer vergoldete Zeiger über mokkafarbenem Grund oder weiße Zahlen auf grauem Zifferblatt für eine gute Idee hält, wird hier fündig). Zunächst kam im Innern ein veredeltes Schweizer Uhrwerk zum Einsatz, mittlerweile befindet sich dort ein von der Glashütter Manufaktur selbst entwickeltes Handaufzugswerk. Alle diese Varianten haben einen Durchmesser von 35 Millimeter und sind 6,6 Millimeter flach. Unter dem — nicht gerade als geglückt zu bezeichnenden — Namen „Tangomat“ ist die Nomos Tangente seit 2005 auch als Automatikuhr verfügbar. Sie ist dann etwas größer und dicker. Und knapp doppelt so teuer.

-aldus




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