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aldus- Für viele ist Segeln nur eine Art der Fortbewegung. Manche allerdings können einfach nicht anders. Die Swan 45 und der Rausch der Kompromisslosigkeit.

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anch einer kauft sich eine Yacht, um in St. Tropez dazuzugehören. Manch einer kauft sich eine Yacht, um schöne Badebuchten anzusteuern. Eine Swan kauft man sich, um damit zu segeln. Seit 1966 entstehen in der finnischen Nautor-Werft Boote, die auf jeden modischen Schnickschnack und übertriebenen Komfort verzichten und dem Eigner erlauben, sich zuallererst auf eines zu konzentrieren: das Handwerk des Segelns. Einer der erfolgreichsten Entwürfe der Flotte ist die seit 2001 gebaute Swan 45. Mit ihren knapp 14 Metern Länge ist die von German Frers gezeichnete Swan 45 ein atemberaubend schnelles und agiles swan-45 Regattaboot, das seinem Eigner unter Deck gleichwohl einiges mehr bietet als blanke Kohlefaser. Doch ein gemütliches Familienboot ist es nicht, und wer möchte, bekommt für sein Geld sehr viel mehr Größe und Schick. Aber schwerlich ein besseres Segelgerät.

Mittlerweile ist die Swan 45 nicht weniger als 50mal ausgeliefert worden, davon viermal an deutsche Eigner. Obwohl es mit seinen moderaten Abmessungen als „Einsteigermodell“ gilt, müssen für ein werftneues Schiff eine knappe Million Euro an die Firma Swan überwiesen werden. Trotz des für Normalsterbliche eher prohibitiven Preises hat sich die als Einheitsklasse ausgelegte Swan 45 inzwischen einen soliden Ruf als Regattayacht erworben — wer möchte, trifft mit seiner Swan das ganze Jahr rund um den Globus auf gleichgesinnte Eigner, die für ein Kräftemessen unter einheitlichen Bedingungen bereitstehen. Der Erfolg der Swan 45 veranlasste German Frers, in Zusammenarbeit mit dem renommierten New York Yacht Club eine noch kleinere Einheitsklasse für Vereinsregatten zu entwickeln, die Club Swan 42.

Mit einer Swan wird niemand die Aufmerksamkeit der Strandpromenade auf sich ziehen, doch unter Kennern genießt kein Schiff größere Achtung. Ein Segler räumte gerade im Hafen das Deck seiner Swan auf, als ein älterer Herr in Kapitänsuniform an der Mole stehenblieb und das Boot bewundernd betrachtete. „Ein schönes Schiff“, sagte er. „Wollen Sie tauschen?“ — und deutete auf ein riesiges Kreuzfahrtschiff im gegenüberliegenden Teil des Hafens. Die Antwort, ohne Zögern: „Nein danke, Sir!“

-aldus




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