aktuelle Ausgabe
Skulptur
Andere Statuen sitzen hoch zu Ross, recken Marschallstäbe oder weisen Königreichen den Weg. Das Manneken Pis macht einfach nur seinem Namen alle Ehre — und damit jedes Jahr unzähligen Besuchern eine Freude.
Hätte es nicht die Kleine Meerjungfrau, Kopenhagen wäre vielleicht weltmännischer und urbaner. Aber sicher nicht schöner.
Der Stoff, aus dem unsere Probleme sind. Auguste Rodins ‚Denker‘ führt unaufhaltsam hinab zum Grund der Dinge.
Aus dem Alltag eines Gottes. Der Apollo von Belvedere und die Kraft heiterer Gelassenheit.
Das Gewicht der Liebe. In Antonio Canovas ‚Amor und Psyche‘ hört Marmor auf, Stein zu sein.
Gegenverkehr auf dem Weg des Fleisches. Michelangelos Pietà als Lehrstück von Sehen und Glauben.
Wer auf verlorenem Posten steht, sollte sich schleunigst bewegen. Gian Lorenzo Berninis David zeigt den Stoff, aus dem Siege gemacht werden.
Diese Statue ist wohl der einzige Fall, in dem ein Sieger dem Besiegten zur Unsterblichkeit verhalf. Attalos I. kennt heute niemand mehr. Aber das wortlose Heldentum des sterbenden Galliers bewundern bis zum heutigen Tag jährlich Hunderttausende.
Ein prachtvoller Eklat, sorgfältig in Szene gesetzt: Gian Lorenzo Berninis Verzückung der Heiligen Theresa spricht von der höchsten Lust — und gibt sich verwundert, dass alle nur ans eine denken.
Verhüllt, verbannt, verboten: Generationen von Betrachtern nahmen Anstoß an der Statue des Barberinischen Fauns. Dabei ist er in erster Linie nur eines: faszinierend entspannt.
Die Schönheit des Fragments. Der Torso von Belvedere lehrt, dass Unvollständigkeit auch eine Form der Perfektion sein kann.